Inhalt - Ein ganz gewöhnlicher Jude
Posted on August 20th, 2008 by Steines
Goldfarb spricht seine Absage an den Lehrer in ein Diktiergerät und entwickelt dabei seine eigene Biografie, Identität und seine Lebenseinstellung bis in innerste Details. Er greift den Gedanken an seine Religion und Herkunft auf und zeigt innerhalb der Vergangenheit und Gegenwart seine eigene Verletzbarkeit, seine Traumata und seine Verarbeitung der Geschehnisse auf. Goldfarb bringt sich in die Geschichte Deutschlands ein, er ist nicht nur Opfer, er kann auf eine lebendige Aufarbeitung von Geschichte verweisen.
Die Identität von Juden in Deutschland erlebt mit diesem
außergewöhnlichen Film eine neue Betrachtungsweise,
direkt von der Sicht der Betroffenen aus. Die Änderung des
Blickwinkels bringt Probleme in ihrer ganzen Tragweite zum Vorschein,
die Endgültigkeit für die zu beklagenden Opfer des
Holocaust und die lebenslange Beeinträchtigung von
Lebensqualität und -chancen für die
Überlebenden.
Ben Becker als hervorragender Charakterdarsteller läuft zu
Höchstform auf, er lässt den Zuschauer durch Tiefen
und über Höhen gehen, enthusiastisch, wütend
oder gequält zeigt er sich in seiner Rolle, die absolut
für ihn geschrieben scheint. Die Ausdruckskraft Ben Beckers
ist von einer unheimlichen inneren Stärke und Selbstsicherheit
geprägt, der immer authentisch wirkende Mime wächst
in dieser Rolle über sich hinaus. Ein Kinomonolog vom Feinsten
wird dem Publikum geboten, anspruchsvoll und anrührend bringt
Becker Goldfarb in Szene.